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Die Gartenstadt Frohnau –
Ausstellungsort der Internationalen Gartenschau (IGA) 2017

Der nördlichste Teil Reinickendorfs erinnert wegen seiner vornehmen Schönheit und ländlichen Ruhe an eine typische englische Gartenstadt. Vor allem im Sommer, wenn die Blumen in den gepflegten Gärten blühen, ihren Duft verbreiten und die Brunnen sprudeln, kann man sich auf einem der Plätze, in den Parks oder im Buddhistischen Haus aus der Zeit fallen lassen.

Das Herzstück Frohnaus bilden der Bahnhof mit dem Empfangsgebäude im Jugendstil sowie der Zeltinger Platz und Ludolfingerplatz, die durch eine Brücke über die S-Bahn verbunden sind. Beide Plätze laden zum Verweilen und Entspannen ein.

Der beide Plätze mit 35 Metern überragende denkmalgeschützte Kasinoturm gilt als Wahrzeichen Frohnaus und soll nach Ausbau und Sanierung wieder in altem Glanz erstrahlen. Romantisch wird es am Nachbarplatz. Umgeben von einer Allee weiß blühender Rosskastanien umrahmt eine mit Wein bewachsene Pergola die Aussichtsterrasse des Zeltinger Platzes.

Bekannt ist Frohnau auch für die Tempelanlage des Buddhistischen Hauses am Edelhofdamm 54. Die Anlage wurde in den 1920er Jahren vom Berliner Arzt Paul Dahlke auf einem höher gelegenen Waldgrundstück errichtet und wird seit 1960 von Mönchen aus Sri Lanka unterhalten.

Ein Idyll für Spaziergänger im bewaldeten Randbereich Frohnaus ist der 1910 durch Aushub für bauliche Maßnahmen im Zentrum Frohnaus entstandene Hubertussee.

Die Väter der Gartenstadt Frohnau

Graf Henckel Fürst von Donnersmarck

Frohnau hat seine Existenz Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck zu verdanken, der 1907 vom Baron Werner von Veltheim 3.000 Morgen Wald der Stolper Heide kaufte. Der Fürst überschrieb diesen Grundbesitz wiederum der ihm unterstehenden „Berliner Terrain-Centrale“ (BTC). Der Verkauf der Grundstücke erfolgte unter Auflagen, die die Gartenstadt noch heute stadtplanerisch prägen. So durften zum Beispiel nur Einfamilienhäuser in lockerer Bebauung und im Landhausstil errichtet werden.

Josef Brix & Felix Genzmer

Die beiden Professoren Josef Brix und Felix Genzmer der Königlichen Technischen Hochschule Charlottenburg (heutige TU Berlin) gewannen mit ihren Entwurf „Freiluft“ den 1908 ausgeschriebenen Wettbewerb für die neue Siedlung Frohnau und erhielten gleichzeitig den Auftrag für die Erstellung des Bauplans.
Sie planten und realisierten Frohnau als Siedlung aus einem Guss so dass Infrastruktur, Architektur und Siedlungsgestaltung ausgewogen miteinander harmonieren. Das Zusammenspiel von Gebäuden, Gärten und dem Straßenraum machen die Philosophie und das außergewöhnliche Flair der Gartenstadt aus.
Die Straßen wurden der Topografie folgend in geschwungener Form geplant. An den tiefsten Stellen wurden Versickerungsteiche künstlich angelegt, die das Regenwasser der Straßen aufnehmen. Dieses Konzept entspricht auch heute einer modernen, ökologischen und naturnahen Regenwasserbewirtschaftung.

LudwigLesser

Ludwig Lesser war der erste freischaffende, ausschließlich planerisch und beratend tätige Gartenarchitekt in Deutschland. 1908 wurde Lesser zum Gartendirektor der „Berliner Terrain-Centrale“ und der Zehlendorf-West-Terrain-A.G. des Fürsten Donnersmarck berufen. Er war für die Gestaltung der Grünanlagen auf der Grundlage des Bebauungsplans der Architekten Joseph Brix und Felix Genzmer zuständig. Für jede Straße hatte Ludwig Lesser typische Baumarten wie Ahorn, Linde, Eiche oder Kastanie vorgesehen, die noch heute die jeweiligen Standorte prägen.

Frohnau – ein malerisches Villenviertel